Küstenpostkarte vom 27.09.2026
Es stimmt schon… sei eine Möwe und scheiß drauf.
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Küstenpostkarte: Wenn die See rau wird Mobbing am Arbeitsplatz
Hallo du. Schön, dass du heute wieder deine virtuelle Postkarte von der Küste öffnest. Nimm dir einen Moment Zeit, atme einmal tief durch. Lass die Schultern sinken. Du bist hier sicher.
Heute möchte ich über ein Thema sprechen, das oft leise beginnt, sich aber rasend schnell wie ein eisiger Seewind ausbreitet: Druck, Ausgrenzung und das Gefühl, am Arbeitsplatz plötzlich keinen festen Boden mehr unter den Füßen zu haben.
Vielleicht kennst du das. Du wachst morgens auf, und noch bevor der Wecker klingelt, liegt da dieser schwere Stein in deinem Magen. Ein Gefühl von Beklemmung, das dir die Luft zum Atmen nimmt. Du gehst zur Arbeit, aber du gehst nicht mehr mit Vorfreude – du gehst mit einem unsichtbaren Schutzschild.
Es beginnt oft schleichend. Ein Tuscheln im Flur, das verstummt, sobald du den Raum betrittst. Blicke, die dich entwerten. Informationen, die dich „zufällig“ nicht erreichen. Oder das Gefühl, dass egal, was du tust, es niemals genug ist. Du fängst an, an dir selbst zu zweifeln. Du hinterfragst deine Kompetenz, deine Wahrnehmung, deine Worte. Du fragst dich: Liegt es etwa an mir? Bin ich zu empfindlich?
Ich möchte dir heute eines ganz deutlich sagen, und ich wünsche mir, dass es tief in dein Herz dringt: Nein. Es liegt nicht an dir.
Wenn der Wind an der Küste zu stark bläst und die Wellen gegen die Dünen peitschen, dann liegt das nicht an der Düne. Die See ist manchmal rau und unfair. Und die Dynamiken unter Menschen können es leider auch sein.
Wenn du dich gerade in so einer Situation befindest, fühlt sich das oft wie ein Ausgesetztsein im tiefsten Nebel an. Man verliert die Orientierung. Man zieht sich zurück, wird leiser, macht sich kleiner, um nur keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Aber dadurch wirst du nicht unsichtbarer – du wirst nur einsamer.
Bitte vergiss niemals, wer du bist, wenn das Licht der anderen auf dich fällt. Deine Güte, deine Leistung, dein Wert als Mensch bemessen sich nicht nach dem Verhalten von Personen, die ihre eigene Unzufriedenheit oder Unsicherheit an dir abladen.
An der Küste lernen wir eines von den Sturmmöwen: Wenn der Wind zu heftig wird, drehen sie sich nicht weg. Sie nutzen den Wind, um höher zu steigen – oder sie suchen sich einen geschützten Ort am Strand, um den Sturm auszusitzen.
Wenn du gerade durch diesen Sturm gehst: Hol dir Hilfe. Sprich es aus. Vertraue dich jemandem an. Such dir deinen sicheren Hafen. Du musst diesen Weg nicht alleine gehen, und du musst diesen Schmerz nicht leise ertragen. Du hast jedes Recht der Welt, Raum einzunehmen, respektiert zu werden und friedlich durch deinen Tag zu gehen.
Atme durch. Lass dich von der Küstenluft tragen. Du bist stärker, als dieser Sturm gerade erlaubt zu fühlen. Und vergiss nicht: Nach jedem Hochwasser kommt auch wieder die Ebbe – und die Sonne bricht durch den Nebel.
Ich schicke dir eine feste Umarmung von der Küste.
Deine Luzie Anina.
27.09.2026 11:23
Es stimmt schon… sei eine Möwe und scheiß drauf.
13.09.2026 10:53
06.09.2026 11:03
Warum ein »Nein« manchmal die größte Liebe zu dir selbst ist Es gibt diesen einen kleinen Moment, kurz bevor das Wort deine Lippen verlässt. Dieses Zögern. Die Angst, jemanden zu enttäuschen. Die Sorge, nicht gut genug, nicht belastbar genug oder zu egoistisch zu wirken. Aber wie oft hast du schon »Ja« gesagt, obwohl sich in deinem Inneren alles zusammengezogen hat? Wie oft hast du deinen eigenen Frieden geopfert, nur um die Erwartungen anderer zu erfüllen? Ein »Nein« ist kein Schlag ins Gesicht des anderen. Es ist kein Akt der Härte und keine Absage an die Liebe. Ein »Nein« zu den Dingen, die dich auslaugen, ist das leise, aber bestimmt gepflanzte Versprechen an dich selbst, auf dein eigenes Herz zu hören. Es ist die Erkenntnis, dass deine Grenzen wertvoll sind und deinen Schutz verdienen. Du musst deine Grenzen nicht rechtfertigen. Du musst dich nicht erklären, abmühen oder entschuldigen, nur weil du dich dafür entscheidest, deine eigene Tasse zuerst zu füllen. Wer dich schätzt, wird deine Grenzen respektieren. Und wer deinen Frieden stört, wenn du für dich einstehst, hat zuvor nur von deinen fehlenden Grenzen profitiert. Erlaube dir, durchzuatmen. Richte den Blick nach innen – dorthin, wo die Wellen deines eigenen Lebens schlagen. Lerne Nein zu sagen. Nicht laut oder lautstark, sondern voller Selbstachtung und innerer Ruhe. Hab eine wundervolle Woche Deine Luzie Anina Stonemiller
Moin. Mal ganz ehrlich: Wie lange willst du eigentlich noch warten?
Wir sitzen hier, schauen aufs Meer, trinken unseren Kaffee und erzählen uns die größte Lüge unseres Lebens: „Ich habe gerade einfach keine Zeit.“
Wir sagen es Freunden, wenn wir Verabredungen absagen. Wir sagen es uns selbst, wenn der Sport ausfällt, das Buch ungelesen im Regal verstaubt oder der Traum von der Veränderung mal wieder auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird. „Wenn erst mal dieses Projekt vorbei ist… wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind… wenn der Sommer kommt… dann fange ich an.“
Das ist Blödsinn. Und tief in dir weißt du das auch.
Die Wahrheit ist: Niemand hat Zeit. Zeit ist keine Währung, die man auf einem Sparbuch anhäuft und dann am Ende des Lebens auf einen Schlag ausgibt. Du hast nicht zu wenig Zeit – du hast nur vergessen, dass du die Regie führst. Jedes Mal, wenn du sagst: „Ich habe keine Zeit“, meinst du eigentlich: „Es ist mir gerade nicht wichtig genug.“ Oder noch schlimmer: „Ich erlaube mir selbst nicht, wichtig zu sein.“
Wir rennen durch unseren Alltag wie getriebene Statisten in einer Regieanweisung, die jemand anderes geschrieben hat. Wir haken To-do-Listen ab, funktionieren, bedienen die Erwartungen von Chefs, Partnern, Nachbarn – und wundern uns abends, warum wir uns trotzdem leer fühlen. Wir tauschen unsere wertvollste Lebensenergie gegen den schnellen Kick beim Scrollen auf dem Smartphone oder gegen ein Schulterklopfen von Leuten, deren Meinung uns in fünf Jahren völlig egal ist.
Aber hier ist der radikale Weckruf am Sonntag: Niemand kommt vorbei, um dein Leben für dich zu retten.
Es gibt keinen Hauptgewinn in der Lotterie des Lebens, der dir plötzlich die Erlaubnis erteilt, endlich dein eigenes Tempo zu gehen, deine Grenzen zu setzen oder deinen Kopf frei zu bekommen. Der Mensch, der deinen Alltag verändert, schlüpft jeden Morgen in genau deine Schuhe.
Wenn du das nächste Mal merkst, wie du dich hinter dem Satz „Ich habe keine Zeit“ versteckst, halte an. Atme tief ein – genau wie am Meer, wenn dir der Wind die Gedanken aus dem Kopf bläst. Und frag dich ganz direkt: Wofür opfere ich hier gerade mein Leben? Und wann fange ich eigentlich an, mich selbst ernst zu nehmen?
Das Leben wartet nicht auf deine perfekte To-do-Liste. Es passiert genau jetzt. Mitten im Chaos. Also hol dir deine Zeit zurück.
Drei Fragen zum Mitnehmen für die Woche:
1. Welchem Wunsch sagst du seit Monaten „Ich habe keine Zeit“, obwohl er dir eigentlich am Herzen liegt?
2. Wo sagst du aus Bequemlichkeit „Ja“, obwohl dein gesamter Körper eigentlich „Nein“ schreit?
3. Was wäre die kleinste Sache, die du heute nur für dich tun kannst – ganz ohne schlechtes Gewissen?
Jetzt bist du dran:
Welche Ausrede nutzt du am häufigsten, um dich selbst hintenanzustellen? Schreib mir ganz ehrlich in die Kommentare oder schick mir eine Nachricht – ich lese jeden einzelnen Gedanken von dir.
Lass uns diese Woche gemeinsam aufhören zu warten.
Deal?
Deine Luzie Anina